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Later Pay – eine Lösung, aber nicht für jeden

Als Richard Gutjahr am Donnerstag über Later Pay berichtete, ging ein Hype durch die Netzgemeinde. Sogar Stern.de will das StartUp für sich testen. Auch bei meinen Münchner Ironblogger Kollegen ist das Interesse an dem Konzept des ebenfalls Münchner Unternehmens groß. Einen großen Anteil daran hat sicher Gutjahr selbst, denn er berichtet nicht nur über Later Pay, sondern ist auch einer der Mitbegründer. Mit ihm ist einer der wichtigsten und besten Blogger in Deutschland an Bord.

Falls jemand noch nicht von Later Pay gehört hat, will ich es kurz erklären: Mit Hilfe eines Art „Like-Button“ bezahlt man für einen Artikel einen vom Autor zuvor festgelegten Betrag zwischen 5 und 50 Cent. Diesen Betrag muss der Leser aber nicht sofort zahlen, sondern erst sobald er mit dem Gerät (Smartphone/Laptop/Tablet) fünf Euro erreicht hat. Erst dann ist eine Anmeldung nötig. Neben der Möglichkeit einzelne Artikel zu kaufen, ist das Rückgaberecht einer wichtiges Alleinstellungsmerkmal.

Nun hat Later Pay natürlich noch weitere Vorteile zu den bisher bekannten Möglichkeiten. Im Vergleich zu Paypal/Apple werden mit nur 15% knapp die Hälfte der sonst üblichen Transaktionskosten verlangt. Auch gibt es dem Blogger/Autor auch mehr Macht als andere Portale wie Flattr, wo mehr oder weniger undurchsichtig eine vorher festgelegte Summe auf geflatterte Artikel verteilt wird.

Alles in allem scheint sich Later Pay also die Vorschusslorbeeren redlich zu verdienen. Ein gutes Konzept, Experten an Bord und schon zum Start ein paar große Name im Programm. Das Problem ist, dass nun einige Halbstark-Blogger meinen, damit ihre Artikel monetarisieren zu können. Leute, die wie ich eine Art Hobbyjournalismus betreiben, glauben jetzt ernsthaft, ihre geistigen Ausgüsse verkaufen zu können.

Das funktioniert einfach nicht! Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand bereit ist meine Kommentare zum aktuellen Zeitgeschehen bezahlen zu wollen. Genauso wenig, wie ich die meisten Blogger für ihre Artikel bezahlen möchte. Es ist doch immer noch eine erschreckend kleine Minderheit, die in ihre Texte eine ordentliche Recherche steckt, die etwas aufdecken oder gar etwas los treten.

Ganz im Gegenteil freue ich mich über jeden Leser, der meine Texte auch wirklich liest, oder sie gar kommentiert oder teilt. Es ist auch nicht meine Intention – geschweige denn Aufgabe – etwas aufwendig zu recherchieren. Stattdessen geht es auf Jostyknowsbest genau wie auf den meisten kleinen Blogs um eine Meinung, eine alternative Ansicht oder einfach um den Willen etwas Schönes zu teilen. Mir macht es Spaß zu schreiben und andere Blogs zu lesen und mir ist klar wie viel Zeit ihr in eure Seiten steckt, wie viele Artikel ihr verwerft, wie viele dumme Ratgeber ihr lest – doch es ist doch auch unser Hobby!

Later Pay aber richtet sich an ernsthafte journalistische Angebote von Profis und Halbprofis, die auch bezahlt werden müssen um ihrer Arbeit nachgehen zu können. Es könnte endlich schnell und einfach sein einen tollen Artikel zu würdigen! Das ist auch bitter notwendig, denn nur mit einer einfachen Oberfläche wird der Nutzer bereit sein zu bezahlen.

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