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Richard Gutjahr beim Münchner Bloggerstammtisch

Nachdem ich eins der Gründungsmitglieder der Münchner Ironblogger bin, habe ich nun auch endlich das erste Mal den viel größeren und von den Ironbloggern autarken Blogger-stammtisch besucht. Grund dafür war der Gastredner Richard Gutjahr, ein von mir sehr geschätzter Journalist, dessen Blog ihr natürlich auch in meinen Blogroll finden könnt.

Die Themen waren neben Gutjahr als Person vor allem allgemeine Tipps zum Bloggen und den Finanzierungsmöglichkeiten – in erster Linie natürlich LaterPay. Genauer will ich darauf gar nicht eingehen, weil ich es ja bereits vorgestellt habe.Interessant war es trotzdem, das Geschäftsmodell vom Gründer Cosmin Gabriel Ene erklärt zu bekommen.

Doch der Reihe nach: Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der knapp 40 Besucher erzählte Richard Gutjahr ein wenig von seinem Werdegang und legte gleich mit ersten Verbesserungsvorschlägen los. Statt dem oft kryptischen „sich selbst zur Marke machen“, legte er den Münchner Bloggern ans Herz, ihren Namen doch im Titel oder wenigstens dem Untertitel zu erwähnen. Da mir der aus „Hogan knows best“ bekannte Reim schon lange ein Dorn im Auge war, habe ich nun gleich den Untertitel angepasst.

 

Der neue Titel

Danach erzählte er vor allem von seinem internettechnischen Durchbruch, der eigen-mächtigen Berichterstattung von der ersten iPad-Veröffentlichung. Am treffendsten wurde das Ganze dann im Publikum mit „Jumpstart“ bezeichnet. Der Moment, wenn ein Blog / ein Journalist durch eine Geschichte sehr bekannt wird und an diesen Erfolg auch anknüpfen kann. Mit einem solchen Start kann man viele Jahre kontinuierliche Steigerung laut Gutjahr überspringen, mit Glück hat es trotzdem nur selten etwas zu tun.

So hat er die Arbeit des Geschichtenfindens unterstrichen, diese lägen auf der metaphorischen Straße und müssten nur aufgegriffen werden. Als Beispiel hat er den Artikel WeDepp genannt. Darin deckt er einen besonders dreisten Fall von gefälschten Kundenreviews auf. Mit solchen Geschichten könne man besonders in Nischen schnell Bekanntheit erlangen.

Damit ist es natürlich nicht getan. Für mich kam nun einer der besten Vergleiche zu dem klassischen  „Content ist King“-Chor der Tippgeber: Bloggen ist wie der Gang ins Fitnessstudio. Man sollte dreimal pro Woche bloggen um die Besucherzahlen zu steigern, zweimal ist das Minimum und wer nur einmal in der Woche veröffentlicht kann maximal die Besucherzahl halten.
Das kann ich so voll und ganz bestätigen, einzig den Tipp zu Beginn auf Medium.com das Bloggen zu probieren kann ich nicht unterstützen. Ein selbstgehosteter Blog ist für mich immer besser.

Das Foto wurde mir netterweiße von Karsten Lohmeyer zur Verfügung gestellt

Diesen Aufwand will man dann natürlich auch in gewissen Zügen monetarisiert wissen. Dabei ging es vor allem um zwei Möglichkeiten:
Sponsoring ist für Gutjahr auf jeden Fall eine gangbare Art, solange es transparent und mit klaren Regeln praktiziert wird.
LaterPay wurde natürlich genauer beleuchtet. Es wurden die verschiedenen Möglichkeiten erklärt. Der Umsatz von Gutjahr und das einzig eine Umsatzsteuer-ID nötig ist um an Laterpay teilzunehmen. Interessant war hier besonders, dass Gutjahr aus seiner eigenen Erfahrung gesprochen hat: Er geht davon aus, dass die Leute auch einen weniger guten/ausführlichen Artikel bei einem Preis von ca. 30 Cent akzeptieren.

Zu guter Letzt sprach er noch einmal darüber, wie die Leute bei einem neuen Artikel auf Gutjahr.biz kommen. Das hat er in einer zeitlichen Reihenfolge veranschaulicht. Die ersten 30 Minuten kommen 80% über Twitter, danach senkt sich diese Zahl jedoch gegen Null. Bei Facebook geht das Ganze eher über zwei Stunden. Und wie beinahe erwartet kommen danach eigentlich nur noch Besucher über Google. Durch IP-Tracking verfolgt er auch die Bewegungsmuster auf der Seite und kann dadurch sogar kommende Moderationsangebote oft vorhersagen. Diese kündigten sich meist über die Reihenfolge „Artikel“ – „About“ – „Impressum“ an.
Ein toller Abend, der für mich nicht nur als Blogger hochinteressant war.

4 Comments

  1. Hallo Philipp, schöner Bericht über unseren Blogger-Abend. Du kannst den Link gern in unserer Facebookgruppe „Münchner Blogger Stammtisch“ teilen. Liebe Grüße von Karin Hertzer

  2. Hi Philipp,

    merci für diesen Bericht! Ich konnte leider nicht hingehen, was ich sehr bedauerte. Jetzt habe ich zumindest kleine Anhaltspunkte, worüber es ging. Finde ich gut, dass du einen Tipp von ihm sofort umgesetzt hast #NamensnennungimUntertitel, somit verbindet man das Blog sofort mit einem Namen.

    Die drei Postings in der Woche geben mir keine Ruhe. Als Ironblogger-Kollegin schaffe ich gerade einmal einen. Ich merke auch, dass die Leserzahl dadurch gerade mal gehalten wird. Es sei denn, man lanciert eine Blogparade oder schreibt einen sehr provokativen Artikel, wie ich es zuletzt tat. Auch Gastautoren bringen einen frischen Wind herein. Die Kunst ist dann, die neu gewonnenen Leser zu halten. Dazu müsste in der Tat die Taktung höher gehen. Und da sind sie wieder meine Probleme … 😉

    Schmarrn, danke dir nochmals!

    Herzlich,
    Tanja

    • Josty Josty

      Das Problem mit der Artikelzahl habe ich leider auch. Ebenso wie die gleibleibende Anzahl an Besuchern, doch ich will und kann die Artikelzahl nicht ohne Qualitätsverlust hochfahren. Dafür habe ich zu viele andere Hobbys, die mir ähnlich wichtig sind.

      • Hi Philipp,

        jep, das finde ich richtig! Hängt nun alles von der Zielsetzung ab und da wir das so nebenbei laufen lassen, passt es, auch bei mir!

        Wünsche dir noch einen schönen Tag!
        Herzlich,
        Tanja

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