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Contra Grüne Gentechnik

Um sich eine Meinung bilden zu können, braucht man immer verschiedene Sichten. In der ZEIT gibt es immer wieder Pro- und Contra-Texte über verschiedene gesellschaftliche und politische Themen. So etwas gibt es jetzt auch auf Josty knows best. Jeweils ein Text von Martin Hillebrand und einer von mir.

Bevor man sich über ein Thema den Kopf zerbricht, muss natürlich der Begriff geklärt werden. Grüne Gentechnik – was ist das? Sehr stark zusammengefasst kann man sie als die gentechnische Veränderung von Pflanzen beschreiben. Sozusagen die Pflanzenzucht 2.0. Kritik, aber auch Vorteile von dieser neuen Technologie gehen immer wieder durch die Medien. Warum die Nachteile überwiegen, will ich jetzt erläutern.

Als mögliche Gefahr wird von Umweltpolitikern meist sofort ein Schaden an der Natur genannt. Zurecht, denn durch Gentechnik kann es zu einer sogenannten Auskreuzung kommen. Diese sorgt für eine Gleichschaltung der Pflanzensorten, was einem Artensterben gleich kommt ,und auch, wenn die neuen „Super-Pflanzen“ dann gegen viele Schädlinge resistent sind, werden die Gewächse durch Monokulturen wieder anfälliger.

Eher von Befürwortern wird häufig die Lösung des Welthungerproblems angegeben – genauer betrachtet ist die grüne Gentechnik aber unnötig, ja mehr noch, eine Gefahr! Spätestens seit dem Film „We feed the World“ wissen wir alle, wie verschwenderisch die Bevölkerung der sogenannten 1. Welt mit Nahrungsmitteln umgeht. Laut dem östereichischen Journalisten Klaus Werner-Lobo im Buch „Uns gehört die Welt“ werden momentan mehr Lebensmittel produziert als konsumiert werden können. Nachteilig wirkt sich Gentechnik dann auf diese Produktion aus, wenn multinationale Konzerne immer mehr Patente auf Pflanzen innehalten.

Das ist auch mein Hauptargument gegen diese neue Technologie. Schon drei Viertel aller Patente, die auf Pflanzen liegen, sind bei privaten Investoren – meist Konzernen. Davon hat Monsanto wiederum 90% der Patente auf Gentechnik – d.h. faktisch ein Monopol und ein solches ermöglicht dann natürlich eine imense Einflussnahme auf die Politik. Somit haben diese Konzerne in der Weltpolitik eine mächtigere Lobby als Kleinbauern in der 3. Welt. Diese Macht nutzen die Firmen aus, um den Bauern zu verbieten, ihre eigenen Früchte neu anzusähen und sie so zu zwingen, die teuren Preissteigerungen z.b. von Monsanto hinzunehmen.

 

Schlussendlich kann man sagen – im 21. Jahrhundert gibt es bessere Möglichkeiten die Erträge zu steigern. Potential gibt es dazu bei grünen Düngermitteln und – in armen Ländern – einfache Technologie. Es wäre viel sinnvoller, Länder, in denen es an Nahrungsmitteln mangelt, zu unterstützen. Diese Hilfe würde die Selbstständigkeit der Kleinbauern zumindestens erhalten können. Beides geht nicht, denn Patente auf Lebensmittel machen die Entwicklungshilfe zunichte.

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