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Contra Studiengebühren

Um sich eine Meinung bilden zu können, braucht man immer verschiedene Sichten. In der „Zeit“ gibt es immer wieder Pro- und Contra-Texte über verschiedene gesellschaftliche und politische Themen. So etwas gibt es jetzt auch auf Josty knows best. Jeweils ein Text von Martin Hillebrand und einer von mir. Hier folgt der von mir.

Werden sie nun abgeschafft oder bleiben sie uns erhalten, einmal mehr werden Studienbeiträge in Bayern diskutiert. Und so soll es jetzt auf jostyknowsbest.de ein Pro & Contra geben. Für mich ist ganz klar, dass die Gebühren besser heute als morgen abgeschafft gehören – warum will ich im Folgenden erörtern.

Über allem steht die Frage ob wir die kostenlose, freie Bildung wollen oder jeder selbst dafür bezahlen soll. Bis zum Schulabschluss scheint allen bewusst zu sein, dass die Kosten für den Einzelnen schädlich sind, sobald es dann aber an die Hochschulen und Universitäten geht scheiden sich die Geister.

Nun wird aber jedem Unternehmen geraten in die Zukunft zu investieren – und genauso sollten es Regierungen halten. Speziell in einem rohstoffarmen Land wie Deutschland ist die Bildung der Bürger die Zukunft der Nation. Doch durch die Studiengebühren wird einigen Bevölkerungsschichten der Zugang zu eben jener höherer Bildung deutlich erschwert. Es steht wohl kaum zur Diskussion, dass Studiengebühren Kinder aus einkommensschwachen Familien diskriminieren.

Dagegen argumentiert die bayerische Landesregierung mit verschiedenen Studienfinanzierungsmöglichkeiten, die jedoch alle auf eine Verschuldung der Studenten hinauslaufen. Besonders kritisch ist diese in wenig einkommensstarken Berufen. Wie soll ein studierter Sozialarbeiter die Schulden zurückzahlen, wenn der Lohn kaum für das tägliche Leben reicht? Wollen wir in unserer Gesellschaft also keine Sozialarbeiter, Grundschullehrer usw? Auf keinen Fall! Denn genau diese Berufe stützen unser Sozial- und Bildungssystem, welches unsere Marktwirtschaft erst zu jener viel gelobten sozialen macht!

Weiter wird die fehlende Kostendeckung durch Steuern als Vorwand für Studiengebühren genannt. Nur mit Studiengebühren sei ein konkurrenzfähiges Hochschulsystem zu finanzieren. Doch genau hier muss der Staatsapparat dann einfach mehr Geld investieren und somit die eigene Zukunft nicht aus der Hand geben. Genau das ist doch der Sinn von Steuern –  es gibt wenig Punkte mit denen man Steuermittel gewinnbringender anlegen könnte.

Konservative Parteien mit „BILD“-Leser-Wählerschaft nehmen dann gerne eine Milchmädchenargumentation zu Hilfe alias: „Die Arzthelferin darf nicht die Ausbildung des Chefarzts bezahlen!“ Diese Pauschalisierung ist einfach falsch, so zahlt der Chefarzt später auch ein Vielfaches an Steuern und refinanziert so sein Studium. Durch unser gestaffeltes Steuersystem stützt der Ingenieur also auch das Studium des Sozialarbeiters und wenn wir dafür mehr Geld brauchen, dann müssen wir eben jene Steuern für die Leistungsträger mit hohen Gehältern erhöhen!

Jetzt möchte ich meine Wutrede damit schließen, dass wir von dem Gedanken des sofort bezahlten Studiums abweichen müssen, denn eine Bezahlung im Nachhinein ist um vieles sozialer und diskriminiert nicht die Kinder ärmerer Eltern. Dabei darf natürlich nur das Erststudium kostenlos sein, für ein Zweistudium schlage auch ich bezahlbare Gebühren vor.

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